Suche Downloads
  • Philosophie DFB
  • Rahmenmodell
  • Arbeiten mit der RTK
  • Phasen
  • Glossar
  • FAQ
  • Kaderstruktur
  • Links

Grundsätzliche Einordnung

Fechten erfordert Fähigkeiten und Fertigkeiten aus verschiedenen Bereichen. Diese können nicht eng umrissen oder separat betrachtet werden, sondern befinden sich in einem komplexen Zusammenspiel. Um dennoch klare Trainingsempfehlungen zu ermöglichen und einen zielgerichteten Aufbau zu erstellen, stehen in der Rahmentrainingskonzeption die leistungsbestimmenden Attribute Technik & Koordination, Taktik & Kognition, Athletik & Kondition sowie Psychologie, ergänzt durch weitere ergänzende Attribute wie Diagnostik & Monitoring, Gesundheit und Umfeld hier zur Verfügung. Ausgehend von Weltstandsanalysen wurden diese Inhalte erarbeitet, die für die Entwicklung von Spitzenleistung nötig sind. 

Das Niveaustufenmodell

Das Niveaustufenmodell beschreibt, in welchen Schritten sich Fechter*innen eine sportmotorische Fertigkeit aneignen. Es bildet den Weg von der ersten Begegnung mit einer Technik bis zur individuell optimierten Ausführung ab und dient Trainer*innen als Orientierung für die Planung, Steuerung und Bewertung des Technikerwerbs.

Das Modell umfasst fünf aufeinander aufbauende Stufen:

Einführen (Einleiten):

Die Sportlerin oder der Sportler lernt die Fertigkeit kennen und kann sie in der Grobform ausführen.

Erlernen (Erwerb):

Die Technik wird verfeinert und unter stabilen äußeren Bedingungen weitgehend fehlerfrei am Technikleitbild ausgeführt.

Stabilisieren (Üben und festlegen):

Die Fertigkeit und ihre Grundvarianten werden unter wechselnden, bekannten Bedingungen sicher beherrscht.

Variieren (Variable Verfügbarkeit):

Die Technik steht auch unter wechselnden, unbekannten Bedingungen stabil zur Verfügung.

Individualisieren (Transfer):

Die Technik wird optimal auf die eigenen Voraussetzungen der Sportler*in abgestimmt.

Von Stufe zu Stufe nimmt der Anteil veränderlicher und unvorhersehbarer Bedingungen zu. Das entspricht den Anforderungen im Gefecht, in dem Gegner, Distanz und Situation nie gleich sind. Eine Technik, die in der Lektion sicher gelingt, ist damit noch nicht wettkampftauglich. Das Modell macht sichtbar, welche Zwischenschritte dafür nötig sind.

Die Stufen beziehen sich auf die einzelne Fertigkeit, nicht auf die Person insgesamt. Dieselbe Sportler*in kann eine Technik bereits variabel einsetzen und eine andere noch im Erlernen üben. Für die Trainingsplanung folgt daraus, dass Übungsformen, Organisation und Anforderungen an die jeweilige Stufe angepasst werden. Eine Technik wird erst dann in offenere Situationen überführt, wenn sie unter einfacheren Bedingungen gefestigt ist.

Das Spiralcurriculum in einfachen Worten

Das Spiralcurriculum wurde vom Psychologen Jerome Bruner bekannt gemacht. Die Idee: Man lernt ein Thema nicht einmal “fertig”, sondern kehrt immer wieder dazu zurück, jedes Mal auf einer höheren Stufe. Es gleicht einer Wendeltrreppe - man kommt an derselben Stelle vorbei, aber jedes Mal ein Stockwerk höher, mit mehr Überblick und mehr Können.

Das Gegenmodell ist das lineare Lernen: Ein Thema wird abgehandelt, abgehakt und nie wieder angeschaut.

Ein Beispiel aus dem Fechten

  • Kinder (Einstieg): Spielerisch lernen, Abstand zum Gegner zu spüren und mit Ausfall und Rückzug zu spielen.
  • Jugend (Aufbau): Dieselbe Abstandsregulierung wird technisch sauber trainiert, mit Fußarbeit, Distanzwechsel und ersten taktischen Entscheidungen.
  • Leistungsbereich (Vertiefung): Der Abstand wird zur Waffe, mit Tempoänderungen, Täuschungen und gezielter Gegnersteuerung.

Das Thema bleibt gleich, die Tiefe wächst.

Vorteile in der sportlichen Ausbildung

  • Nachhaltiges Lernen: Wiederholung auf neuen Stufen festigt Bewegungen und Wissen, statt sie nur kurz anzutrainieren.
  • Altersgerechte Entwicklung: Kinder bekommen, was zu ihrem Entwicklungsstand passt. Niemand wird zu früh überfordert, niemand bleibt unterfordert.
  • Sichere Grundlagen: Wer Basics immer wieder auf höherem Niveau übt, baut ein stabiles Fundament für komplexe Techniken.
  • Mehr Motivation: Kinder erleben Fortschritt, weil sie Bekanntes plötzlich besser können. Das stärkt das Selbstvertrauen.
  • Durchlässigkeit: Quereinsteiger und Spätstarter finden an passender Stelle in die Spirale hinein.
  • Roter Faden über die Trainer hinweg: Wenn alle Trainerinnen und Trainer im Verein oder Verband dieselben Themen aufgreifen, ergibt sich ein klarer Weg vom Anfängertraining bis in den Leistungssport.
  • Ganzheitliche Förderung: Koordination, Kondition, Technik, Taktik und mentale Fähigkeiten wachsen gemeinsam, statt nacheinander abgehandelt zu werden.

Worauf man achten sollte

Die Spirale funktioniert nur, wenn die Wiederholung nicht zur bloßen Wiederholung wird. Jede Runde braucht neue Anforderungen, neue Aufgaben oder mehr Komplexität. Sonst dreht man sich im Kreis statt nach oben.

Das Stufenrastermodell

Ausgehend von der Systematik des Niveaustufenmodells der Lernphasen, wurde ein Leitermodell - das sogenannte Stufenrastermodell - erstellt, welches die immer gleichen Leistungsattribute umfasst, die von Wiederholung zu Wiederholung auf eine höhere Ebene gebracht werden. Vorteil dieses spiralcurricularen Ansatzes ist, dass sehr zielgerichtet an den sich bedingenden Bausteinen gearbeitet wird, die tatsächlich für den späteren Erfolg nötig sind. Die konsekutive Herangehensweise vermeidet eine Überbetonung einzelner Bereiche und unterstützt so eine langfristige Talententwicklung, lässt jedoch die Schwerpunktsetzung auf akzentuierte Teilbereiche der Leistung zu. Anderenfalls werden Defizite für die höheren Altersklassen aufgebaut, um schnelle Wettkampferfolge zu ermöglichen. Um dem spiralcurricularen Ansatz und der Abkehr von einer ausschließlichen Ergebnisorientierung im Nachwuchsfechten Rechnung zu tragen, nutzt die RTK ein eigenes Periodisierungs- und Zyklisierungsmodell. Dabei wird der gesamte Trainingsverlauf in Stufen und Blöcke unterteilt, welche sich aus der Realität eines Schul- und Wettkampfjahres ableiten. So werden u.a. Schulferien in der zeitlichen Struktur berücksichtigt.

HIER Zeitstruktur WKjahr

Durch den Wechsel der Blöcke und die genauen Zielvorgaben innerhalb der Stufen wird der spiralcurriculare Ansatz berücksichtigt. Es ist gewährleistet, dass ein Ansteigen der Niveaustufen innerhalb des gesetzten Zeitraums ermöglicht wird. Dabei werden aufeinander aufbauende und untereinander abgestimmte Schwerpunkte gesetzt und gleichzeitig eine ausreichende Wiederholfrequenz gewährleistet.

HIER Darstellung Spiralcurriculum

 

Downloads zu diesem Thema

    Impressum - Datenschutz